Weinkellerei Cembran
  


Das österreichische Weingesetz

Nach dem Weinskandal im Jahre 1985 wurde das österreichische Weingesetz fast zur Gänze dem Weingesetz Deutschlands angepaßt und gilt heute als das strengste Weingesetz der Welt.
Im Hinblick auf den angestrebten Beitritt Österreichs zum EWR wurde das österreichische Weingesetz bereits 1992 durch das land- und forstwirtschaftliche EWR-Rechtsanpassungsgesetz geändert. Nach dem Beitritt Österrreichs zur EU mit 1.1.1995 wurde das Weingesetz neuerlich novelliert, um mit dem EU-Recht konform zu sein. Bei dieser Gelegenheit wurden auch einige andere Änderungen vorgenommen.

Wir werden uns jedoch nur mit den für den Konsumente relevanten Themen beschäftigen, da es sonst zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde.

Zuvor noch einige
relevante Begriffserklärung:

Von trocken bis süß:


Extra trocken: Bis maximal 4 Gramm Restzuckergehalt (RZ) pro Liter.
Trocken: Bis maximal 9 g RZ/l, wenn die Gesamtsäure nicht mehr als 2 g/l niedriger ist. Beispiel: Ein Wein mit 8 g/l Zucker muß mindestens 6 g/l (6 Promille) Säure haben, um als "trocken" deklariert werden zu können.
Halbtrocken: Bis 12 g RZ/l.
Lieblich
: Bis 45 g RZ/l.
Süß: Mehr als 45 g RZ/l.

Edelfäule
: Ein Pilzbefall, der im Herbst die Trauben befällt und dafür sorgt, daß sie fast rosinenartig einschrumpfen (Fachsprache: Botrytis cinerea). Dadurch werden die Inhaltsstoffe konzentriert, wodurch die Gewinnung von wertvollen Beeren- und Trockenbeerenauslesen somit ermöglicht wird.

Klosterneuburger Mostwaage (KMW)
: Senkwaage, die hauptsächlich in Österreich verwendet wird. Sie wurde von August Wilhelm Freiherr von Babo (1827-1894), dem ersten Direktor des Önologisch-Pomologischen Instituts in Klosterneuburg entwickelt. Die Mostwaage gibt den im Traubenmost enthaltenen Zucker in Gewichtsprozenten an. In 100kg Most mit 15° KMW sind demnach 15kg Zucker. Heute wird der Zuckergehalt des Mostes jedoch mit einem Refraktometer bestimmt, der sich dem Prinzip der Lichtbrechung bedient.

Mengenregelung: Die Hektarhöchstmenge wurde mit 9.000 kg/ha Weintrauben oder 6.750 l/ha Wein festgesetzt. Wird je Hektar mehr als 6.700 l Wein erzeugt, ist die gesamte Menge als Tafelwein zu deklarieren. Als Vergleich ist hier anzuführen, daß z. B. in Argentinien bis zu 60.000kg Trauben pro ha geerntet werden.

Umrechnungsmethoden:

°KMW = Vol.% Alk. * 0,65

17g Zucker = 1 Vol% Alk.
Ausbeuteverhältnis Trauben/Most: 75%
Vol.% Alk. *8 = g pro Liter

 

  Weinkellerei Josef Cembran, Kellergasse 6, 4020 Linz  |  Tel:+43(0)732 / 651 692  |  E-Mail: wein[at]cembran[.]at


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